Veröffentlicht in Dooges Ogenblicke, Plattdeutsch

mit den Augen eines Gastes.

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In Wittenheim – bi Famili Bohr –
geev d‘ Koffi,Tee un Kook,
dat höögen full nu wiers nich schwoar –
un jedeneen dat düchdich schmook.

Een Kerl de gung van Disch to Disch –
lääs ut sien Book wat vöör,
dat holl de Lüü hör Geister frisch –
un sörch för roden Klöör.

So is de Dach denn flink vergoan –
in Waddward’n seegen wi us wäär,
denn steit Rolando up de Ploan –
un moakt för us Plesäär.

© ee

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Veröffentlicht in Plattdeutsch

Een Teegeschicht . . .

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Een Teegeschicht . . .

 

Een half Joahrhunnerd is all hoast dör de Tied lopen, un ok woll all een spierke mehr,  denn fiefunfüfftich moal dreehunnerdfiefunszäßtich Doagen lirgen doch all tüschen dit Beläven un vandoach. Mien Jungmannstied up Nördernee wee jüüst anlopen.

Wi kreegen in use Läärtied joa nich de Welt an Pinunsen – tein Mark in d‘ eerst Joahr – twintich in d‘ tweede un dartich in d‘ daarte. Dor kunns nich wiet mit spring’n. Also hevvt wi jung Lüü us fix noa Toaarbeid ümsehn. Wiel ikk joa nich so een heel Frömden up dat Eiland wee – mien jüngst Süster har mi näämich een ächten Eilänner as Schwoager tokoamen loaten – is mi dat Toaarbeid finn’n nich allsto stuur fallen. Bi Melkbuur Meyer keem ikk in Nävenbihüür. Vöör mien Dennst mörgens – un in d‘ Freetied, wenn d‘ denn nödich de. Elker Mörgen üm Klokk dree gung dat los mit Omoa Meyer hör oal Doamenrad. An beid Sieden hung een 20 Liters Melkbumm un achtern up d‘ Drachholler stunn een Klüterkist mit Kees un Botter – un denn man los. Ikk hevv vöör Dach un Dau woll mehr Nörderneer Köäkens to sehn kräägen, as mennicheen Minschke Hoar up d‘ Kopp hett. Wiel de Minschen üm de Tied joa noch Minsch sünd, hevv ikk ok een büld anner hoarbösselich Kroam to sehn krägen – dat kanns utlärgen as dat wullt, dat is woll up elker Wies recht. Well dat noch nich sülven beläävt hett, de kann nich weeten, wo moi so ’n bietji Leevde noa d‘ Upstoahn is – ov wo lekker ’n heeten Grog üm Klokk veer. In still Stünn’ns loat ikk dat ov un to moal an mien binnerst Ooch vöörbilopen – un denk: Wee dat doch nochmoal so een häntigen Welt. Överall wor man in de Hüüs rinkeem – ok wenn dat man blods in d‘ Achterköken wee – stunn dor ’n Köpke Tee proat. Nä nä – dat is vandoach liekers nich mehr komodich. Pingelwoater ut d‘ Fabrik, joa – villicht ok moal een Schlukk word di anboaden. Oaber kanns dat mitnanner verglieken? In disse Riech van Teehüüsen stunn een besünnered Huus. As so een Hukeldääken hung dat Efeu över d‘ Huus. Dor – bi Moder Dunkmann, dor kunn man rinkoamen wenneer man wull – Trekkpott un Taasen keemen gannich van d‘ Disch ov.

Frömden verkeerden nich bi Omoa Dunkmann – see har keen Koamers to verhüür’n, un Kinners har see ok nich vöörtowiesen – de ween all aal dodblääven. Dat Mannsbild, wat see moal freet har, dat wee up See ovdrunken. Un so wee see blied, wenn moal Bekennden bi hör rinkeeken. Man wee noch gannich recht binnen, denn greep Stine all noa d‘ Teepott – un kunkel di de Taas vull. Dat eerst moal hevv ikk mi rein hööcht – so een moien Klöär van Teefaarf, dat wee rein wat seltens. Noa de eerste Klukk wee ikk in mien Weeten allwär twee Trää noa vöörn koamen. Omoa Dunkmann har keen Tee in d‘ Pott – bi Omoa Dunkmann geev dat Rotwiin ut Taasen. Un wat sää see – wenn man denn een bäten plietsch ut troanich Oogen luur? Drink man – mien Jung – dat is good för d‘ Blood – un ut d‘ Teepott is dat nich so schinant.© ee

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Veröffentlicht in Plattdeutsch

Noa Tüschenoan . .

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Noa Tüschenoan . . .

Juchhei – wat flooch dat Land vöörbi –
nu gungt noa Tüschenoahn,
de heele Spoar un Boo dorbi –
aal seetens up de Boahn.

In Rostrup – dor an d‘ Binn’nmeer –
dor geev dat wat to sehn,
de Goardenschoo gung rein tokeer –
dor bruks man duusend Been.

Up d‘ Bus stunn grod in Blau up bunt –
Hans Mewes ut Hoosiel,
in d‘ Bus dor gung dat düchdich rund –
nümms dorch an Langewiel.

Un Monikoa – de goode Seel‘ –
Froo Oelrichs hett een sächt,
de har Geschenken mit un Speel –
un mook dat jeden recht.

In Wittenheim – bi Famili Bohr –
geev d‘ Koffi,Tee un Kook,
dat höögen full nu wiers nich schwoar –
un jedeneen dat düchdich schmook.

Een Kerl de gung van Disch to Disch –
lääs ut sien Book wat vöör,
dat holl de Lüü hör Geister frisch –
un sörch för roden Klöör.

So is de Dach denn flink vergoan –
in Waddward’n seegen wi us wäär,
denn steit Rolando up de Ploan –
un moakt för us Plesäär.

© ee

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Veröffentlicht in Plattdeutsch

Rägendroapen . . .

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Rägendroapen . . .

 

In us Noaberkuntrei steit an d‘ Kanoal een wunnerboaret Boowark ut Frollein Marias Tieden – eelich sünd dat blossich de Resten van dat ole Vöörwaark, de dor so moi in d‘ Land stoaht. Dat Buurnhuus – wat up de Warft dortägenan licht – is in loatere Joahrn upsett wuurn. As Domänengood an een Buur verhüürt.

In lange un sture Doagen ween dat stolte Ploatzen – oaber as dat so goahn is mit Buurn un Land in us neeflüchtige Tied – dat Utkoamen wuur jümmers leeger. Well sük nich för de Masse verbeugen leet, de kunn bold up sien Hoff verschmachten.

Un so is ok disse Domäne as Stoatsgrund utmustert un verköfft worden. Dat geev in Ollnbörch ov Hannower joa wäär Pinunsen för de een ov anner neeä Stoatskarosse.

De Amtsperson’n hevvt joa wiers nödiger, dat man hör mit ’n blengerigen Steern up veer Röä dör de Gägend krüdelt – as so’n poar schmachtich Landlüü een Lääven oahn Nod. Liekers – de Domäne har een neeän Eegendöömer un wee joa nu keen Domäne mehr.

Van de ole Pächtersfamili stunn de Dochter noch in d‘ Lääven. See har dor jümmers noch hör to Huus. Dat ganze Bild wee een Eiland to’n verpusten – een Paradies in een wöösten Welt. Mit’n lüütjien Teestuuv för de Minschen, de vöörbi keemn – mit een büld bunte Vöägels buten, in alle Grötten un Klöären.

De neeä Eegendöömer har oaber ’n büld Frünnen, de aal schkarp up dissen blanken Steen ween. So is denn ’n Brett upstäelt wuurn – un dat ganze to Papier updeelt worden. De

een kreech de grode Schüür – üm irgendeen Spiegöäkenkroam uttostelln – in de Burseldeel wuur een ole Schmää inricht, un de lüütji Teestuuv bleev bi de Pächtersdochter. Bi de neeä Eegendöömer in d‘ Kantor seeten ok woll Lüü, de keen Middelschott in d‘ Nöäs harn.

Wo anners will man sük verkloarn, dat see in de grode Schüür över de Utstellung een düüret Teltdakk intrekken leeten. Nu kladdert dat rötterige Schüürdakk stilkens up dat Telt. Een Minsch mit Bott för Denken in d‘ Kopp har wiers för de Doalers dat Schüürdakk in Richt setten loaten. As ik all sächt hebb – dat fäälend Middelschott in d‘ Nöäs.

So – ov hoast so sücht dat ok bi dat Teestuuvendakk ut. Annerletzt seeten een poar Froolüü van d‘ Landvolkvereen bi Koffje un Koken wat to beschnakken. Doran köänt ji sehn, dat de Pächtersdochter weltlüftich is – in de Teestuuv givt dat ok Koffje. Minnoa Südhoff moal jüüst mit bunte Wöör Biller van Rägen up een drööget Land – up hör letzde Reis wee see in d‘ Sudoan wäst – as dat buten mit een gewaltigen Dönnerschlach anfung to geeten. As ut Emmers full dat Woater van boaben doal. Man stäel sük de witte Koffidisch vöör – de bruunschwaart Koffje in dat düüre Porzelloan – un van de Dekk drüppelt dat Woater in de Taasen. Nümms wuss ov dat Malör so richtich wat to särgen – blossich Minnoa Südhoff – de har moal wäär aal in d‘ Grääp. Kiek – sächt see – nu köänt ji de Ungerechtichkeit in d‘ Welt sehn – in d‘ Sudoan verdrööcht de Natur – un hier strullt de Herrgott us all in d‘ Koffje!© ee

Veröffentlicht in Plattdeutsch

De Tuur noa Tüschenoahn . . .

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De Tuur noa Tüschenoahn . . .

Oach Gott – nu ween wi doch in Tüschenoahn
hevvt van de Wels niks hört un sehn
wo is jo dat denn blods ovgoahn
froacht mi een mit ’n holten Been

Oach Herr – wat hevvt wi us bekäken
een büld Minschen leepen dor in Drufeln
twee Hunn’n ween dor ok an bläken
bi een Froominsch up’n Aarm to schnufeln

Man har us sächt, dor is d‘ heel moi
een Bääker Koffi för fief Mark
de Broatwurst – de wee netso toii
as Köster Schmitt bi us in d‘ Kaark

Stünn’nslang gung dat Gerutter
van so’n blikkern Wehrmachsvöägel
van boaben full dat as Geflutter
ik doarch wi harn all Kipkopköägel

een twintich Markschien mutts henlärgen
wullt du an dat Gedrüüs vöörbi
ik kann di blods dat eene särgen
Frünnelkkeit is nich dorbi

De moots woll extroa noch betoaln
wenn sowat överhaupts dor givt
man kann sükk bäter noch verhoaln
wenn eenfach man in Huus doch blivt

Mach wääsen, dat annern anners kieken
ik hevv niks spöört wat mi gefull
nu will dat ganze ik bedieken
ann’s arger ik mi noch as dull.

© ee

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Veröffentlicht in Plattdeutsch

De ole Krooch . . .

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De ole Krooch . . .

 

So richtich ole Krööch, de mutts vandoach söken. Ik do dat geern – blods mennichmoal bün ik rein an vertwiefeln, wenn ik denk ik hevv een funn’n – moak de Döör oapen – twee Trää noa binn’n – un ik stoa in so’n neemodschen Interiör. Krööch oahn Seel. Nich een Oamen van Geschicht, van dat vergoahne Lääven, dat sükk in disse Dörpshaarten ovspeelt hett. In dat lütt Jewerlänsch Kuntrei Wiefels – is all een poar Joahr her – har sükk so een Hillichdom noch holl’n. De Krooch har een sinnigen Noam. “ Gaststätte zur Erholung“ stunn in grode Bookstoaven över de Ingangsdör. Verhoalen kunn sükk dor wüggelk Seel un Liev. Een Meter achter d‘ Huusmüür leepen de Gleisen van d‘ Boahn noa Harlesiel. Bi d‘ Strullen up d‘ Pissoar drüffst nich mit Aarms ut d‘ Fenster langen – denn harst de Zuch to foaten. De Krööger sää jümmer: Wi hevvt dat eenzige Schiethuus mit Gleisanschluß. Överhaupts – de Krööger. He wee een Orignoal as dat in de Bööker steit. Us Unkel Fidi – Buschker heet he mit Huusnoam – bruks blods vertelln, un de Froonslüü harn natte Büksen. Wenn ik dat moal verglieken do – so’n neemodschen Animatör lett tägen Unkel Fidi as een Kieler Sprott, de sükk tägen een fetten Bükkling lächt. Unkel Fidi leech de Musik in d‘ Blood – statt up een Schnuller hett he as Lütt woll all up een Vigelinboagen rümgnauelt. Sien Geich de kunn blaarn –  un up de Klimperkassen van Klaveer, dat in de Ekk stunn, wee he netso in Huus as in sien Puustmusik – wenn he de ole Mundörgel ut sien Büksentaasch trook un ansett to bloasen. So richtich belääven kunns dat, wenn d‘ up Fieroabend doalgung – een Stünn’n vöör Middennacht ov so. Well üm disse Tied noch vöör d‘ Tresen seet, de luur dorup. So as Sönndachs in d‘ Kaark – wenn man up de Paster sien „Amen“ tööft. De heele Dach ween Unkel Fidi un siene Froo up d‘ Been’n – nie seech  man hör moal sitten. Oaber oabends – Klokk elben – greep Unkel Fidi sükk een van de hochbeenigen Schämels van vöör d‘ Beerhoahn, un klauter dorup. Bevöör dat denn komodich wuur, keem eers de Ansproak an sien Froo : “ Nu goah du man all to Bäed, Tant Heeti, nu word dat hier näämich een bäten schwiensch.“ He sää to sien Froo jümmers Tant Heeti, wi hevvt ni niks anners hört. Man kann sükk ünner dat schwiens joa een büld vöörstellen. Nänä – so wee dat nich – dat wat ji nu denken, dat köänt ji vandoach eder up de Schiev van d’ Tellewischen sehn.

Disse Spröäk wee för hüm woll de eenzige Oart, sien Froo noa een langn Waarkeldach van d‘ Been’n ovtokriegen – denn Schwienkroam – dat sää see jümmers – kunn Tant Heeti up d‘ Dod nich lieden. Ovwoll – foaken genooch stunn see noch een tiedlang acher de Köäkendör to luustern, wat dat dor in d’ Krooch figelinsch to hören geev. Een roden Klöär bruks dor oaber nümms bi kriegen. Dorför wee Unkel Fidi een veelsto patenten Keerl. Wenner hüm well moal so achternrüm frooch, wovöäl Schlukken de een ov anner sükk günnt har, sää he salomonisch: Dat ween woll so twee bit fiefuntwintich Stükk. Dat Froagen wee denn meest doan.

An een grieseligen Haarstdach stunn moal so’n schniegeligen, stadtlüftigen Jehovas Tüügen in d‘ Gaststuuw – man kunn hüm dat herkoamen anföölen – un frooch in dat versammelde Rundum van de Klukkdrinkers: „Kennen sie Jesus?“ Nümms van de döstich Seeln anter dorup – aal keekens Unkel Fidi an – un denn keem van hum de denkwürdige Satz, de vandoach noch dör d‘ Jewerland löpt: „Nä, de Keerl käen ik nich – oaber he mach mi woll kennen – denn Fidi Buscher käent joa een büld Lüü!“  Kiek – un dat meen ik, wenn ik säch: Nich een Oahmen van Geschicht löpt dör de neemodschen Krööch. Well dat anners weet, de kann mi dat geern beliekteeken.© ee

Ewald Eden

 

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Veröffentlicht in Plattdeutsch

De ole Seefoahrtsschool in Timmel . . .

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De ole Seefoahrtsschool in Timmel . . .

Timmel stunn up d‘ Toafelblikk –
an d‘ Böschung dor bi d‘ Stiekelwier,
een büld Koien ümto – woll füfftich Stükk –
wat sächt mi dat – wor sünd wi hier?

Dör d‘ heele Bus floogen hunnerd Froagen –
aal harns de Hüüs blods in d‘ Kiwii,
wat do wi hier – un dröft wi d‘ woagen –
givt dat hier Tee un Kook dorbi?

De Jank up Koffi Tee un Koken
kreech överdüür – hier hollt wi still –
Cloas sää, ik moot ok eers een rooken,
un jeden deit dat, wat he will.

De Onibus up Schlach blivt stoahn –
Jan de hett een Huus in d‘ Luur,
dor loat us man noa binn’n goahn –
dat Sitten faalt us joa nich stuur.
Aal stobens mit Gefleut noa binn’n –

an d‘ Schild vöörbi mit
„Seefoahrtsschool“,
jeden kunn sien Stää woll finn’n –
jeden kreech sien eegen Stohl.

Moi Tied to schnötern un to schnakken –
Schrievers keem’n ok to Word,
fliedich Hann’n har’n Koken bakken –
de Tied wee liekers veels to kort.

Musik leep rundum dör de Riegen –
för elk un een wee wat in d‘ Pott,
van Nadin kunn man genooch nich kriegen –
see sung moal saacht – un moal heel flott.

De Stünn’ns ruttern flink noa achtern
man muß joa wäär noa Huus anto,
in Onibus ween aal an jachtern –
un danken luut för dat Gedoo.

© ee

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Weihnachtliches –

Meine Buchempfehlung für die weihnachtliche Zeit.

WEIHNACHTLICHES Weihnachtliches … hinter einem solchen Titel erwarten wohl die meisten Leser Geschichten und Gedichte in einem von althergebrachtem Klischee. Wer das denkt, der kennt den Schreiber hinter diesen Texten noch nicht. In zwei Sprachen nimmt er den Leser mit durch die Höhen und Tiefen dieser winterlichen Besonderszeit – in Hoch- und Plattdeutsch führt er ihn abwechselnd durch wehende Schleier von Freudentränen wie auch über Wegstrecken des schmerzhaften Mitfühlens. „Weihnachtliches“ in zwei Sprachen einmal völlig anders – nämlich auf typisch „Eden“ präsentiert.

 

Wenn een sücht dit Bookbenöömen
greut hüm in d’ Kopp een Winachtsdröömen –
doch woahr di mit dien Textverwachten,
dat du nich steusterst dör de Nachten.
Nix is hier so as man dat wennt,
ov as Minsch woll dat van Annern kennt –
he hett een Oart Texten to schrieven,
dat lett hoast as Gespensterdrieven.
Wenn een de lääst, denn weet doch Jeden –
dat is een originoalen Eden…

 

 

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  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (20. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3741290505
  • ISBN-13: 978-3741290503

Preis : 5,99 Euro

jetzt zu erhalten auf : Amazon

Veröffentlicht in Allgemein

Im Heute für Morgen das Gestern suchen …

port-524013_640*Hafen Emden Ostfriesland. *

…………… oder Identität bewahren.

 

Im fortgeschrittenen Lebensalter äußerte meine Mutter immer häufiger den Wunsch, die Stätten ihres jungen Lebens und Wirkens noch einmal aufzusuchen zu können. Den Ort, in dem sie das Licht der Welt erblickte, und die Orte, die sie formten – an denen sie Frau und Mutter wurde.

Im Alter von 28 Jahren war sie aus dem „heißen Kern“ Ostfrieslands an den „kühleren Rand“ der ostfriesischen Halbinsel gezogen (worden). 25 Jahre später verschlug es sie ins Rheinische. Ihre „Moor“-Wurzeln hat sie nie gekappt, weshalb es sie auch immer wieder nach Ostfriesland zog.

 Sie stellte sich daher keinen Besuch im herkömmlichen Sinne vor – diese Art der Kontakthaltung zu Verwandten, die in der Region geblieben waren, die hatte sie sowieso nie einschlafen lassen.

Sie wollte noch einmal unerkannt die alten Wege ihres jungen Lebens gehen. Sie wollte noch einmal allein, so wie früher, mit dem Rad von Haus zu Haus, von Ort zu Ort ziehen.

Den Wunsch hat sie sich erfüllt. Ein einfaches Quartier in einem einfachen Haus sollte der Ausgangspunkt ihrer Erinnerungstouren sein. Doch die geplanten drei Wochen schrumpften zu drei Tagen zusammen. Sie fand eine ihr fremd gewordene Welt, die sie nirgendwo mehr einordnen konnte.

>See klauter mit hör föölen ut een annern Welt achter de Biller van ‚domoals in Oostfreesland’ an, – un de Minschen in Oostfreesland klabastern mit hör föölen ‚van nu’ achter de Biller ut een annern Welt an.<

Ich will damit sagen, die Menschen, die Ostfriesland nie auch nur zeitweilig verlassen hatten, die störte der Misthaufen unter dem Fenster nicht. Sie eiferten zwar im Wohnstil einer anderen Welt nach, waren aber in der Gestaltung ihrer Gefühlsempfindungen unterwegs irgendwo stehen geblieben. Sophie dagegen hatte sich auf beiden Ebenen meilenweit von ihnen entfernt.

Sie suchte nach Bildern ihrer Erinnerung – und die gab es im Zusammenhang so nicht mehr.

Als sie mir von ihrer vergeblichen Suche nach der Seele Ostfrieslands berichtete, fiel mir eine Zeile aus einem Lied von Hannes Fleßner ein, in der er wehmütig fragt, und auch gleich selbst die Antwort gibt: Is dat noch Oostfreesland? Ja man, dat is Oostfreesland – oaber dat van vandoach.

Die Ostfriesen – ausgenommen die in den wenigen Städten – haben es zum großen Teil nicht geschafft, ihre innere Kultur und ihr äußeres Erscheinungsbild im Zusammenhang zu verändern. Das Bestreben vieler Ostfriesen, auf der einen Seite ihre innere Kultur beizubehalten, und auf der anderen Seite im äußeren Erscheinungsbild eine andere Welt zu kopieren, konnte nur gründlich in die Hose gehen. Die Entwicklung der inneren Kultur und die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes hätte Hand in Hand geschehen müssen. Das ist leider nicht der Fall.

Dadurch bedingt, fehlt in vielen ostfriesischen Köpfen der landsmann-schaftliche Zusammenhalt.

Es kann niemand äußerlich Hund werden, und zugleich innerlich Katze bleiben. Denn ein Hund der nicht bellt, sondern miaut, der wird von aller Welt als sonderbar betrachtet. Völlig unabhängig davon, was er mit seiner Lautgebung kundtun will.

Von außen zuziehende Menschen schafften, und schaffen zwar Inseln innerhalb Gesamtostfrieslands, auf denen innen und außen übereinstimmt, aber landestypische ostfriesische Kultur sucht man da meist vergeblich, weil diese Menschen Fühlen, Denken und Handeln von anderswoher mitbringen, und es an ihrem neuen Wohnplatz etablieren.

Viele Ostfriesen haben zugelassen, daß ein natürlicher Grundsatz auf den Kopf gestellt wurde. In allen Kulturen, die überlebt haben, hat dieser Grundsatz oberste Priorität. Alle anderen Kulturen, deren Mitglieder nicht die Stärke hatten, dieses Denken durchzusetzen, sind verschwunden, oder auf die Ebene der Bedeutungslosigkeit herabgesunken.

Es ist mittlerweile spät, wenn nicht gar zu spät geworden für das Bemühen, Ostfriesland als Region zu erhalten.

Nur wenn sich alle Ostfriesen als Ostfriesen sehen, wenn sie sich gemeinsam anstrengen, und der Zerschlagung Ostfrieslands entgegenwirken – nur dann besteht noch die Chance auf ein Überleben des alten Kulturraumes Ostfriesland.

Dabei ist es im Grunde gar nicht so schwer, etwas für Ostfriesland zu tun – und, wer im großen Geschwader der Ostfriesen das Ziel nicht ausmachen kann, der braucht nur die aus der Masse herausragende Gestalt Rolf Trauernichts im Auge behalten.

Der „große Tullum“ steuerte – und steuert immer noch – viele Häfen an. Die Ladung seines Lebensschiffes besteht seit jeher aus den Tugenden und der Sprache Ostfrieslands im Schutze einer höheren Macht. Man sollte ihm nacheifern. © ee

Ewald Eden.

 

Veröffentlicht in Plattdeutsch

Mien ole Frünnd Hannes …

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Mien ole Frünnd Hannes …

Ikk muß moal wäär mien ole Schoolfründ Hannes besööken. Wi harn een tiedlang in de lüütjji Dörpschool tägenanner in een Bankje hukelt, un us ni heel ut de Oogen verlor’n. All as Jung wee Hannes jümmer een bietji wehleidich veranloacht. Wenn he sükk moal een lüütji Buul stött har, denn mussen de eers hunnerd Lüü bekieken, bevöör he uphull dorvan to schnakken. Dat har sükk denn in d’ Öller nich gääven, as man joa woll so sächt – nä, dat har sükk nich gääven – dat har sükk bi Hannes rejell to een „Tostand“ utwussen. He kunn bold van niks anners vertell’n, as van siene „Gebrechen“. Wee de een Süük jüüst wäch, denn har he allwär wat Nees, wat hüm fääl. Dat he denn, all as jungen Keerl, een grooden Barch Doalers arft hett, dat keem hüm goaelk to pass. He kunn siene Leiden so richtich utlääven. Oaber liekers – he wee joa mien ole Schoolfründ Hannes, mit de ikk in de Kinnertied so mennich wat utfrääten har.
He hööch sükk düchdich, as ikk bi hüm vöör de Döör stunn, wee dat doch plietsch een Gelägenheit för hüm, aal sien Ungedürichkeiten wäär hochlääven to loaten. He vertell mi denn ok glieks, dat see nu sied een poar Joahr joa ok een Dokter in d’ Dörp harn – un wu goaelk dat wee, de keem sogoar tweemoal in d’ Wääk bi hüm in d’ Huus. Hannes har dat jüüst sächt, dor pingel dat ok all an de Dör. De Dokter stunn dorför. Dat geev tüschen de beiden so een haartlich Begrööten – man kunn richtich spöär’n – dat wee een ächten Fründschkupp. Twee Wöär tüschen de Dokter un mi hen un her – un denn vertrukken de beiden sükk in de Koamer, wiel he Hannes joa ähm up d’ Liev kieken wull. Ikk kunn nu woll nich sehn, wat dor ovgung in de Koamer – oaber hörn kunn ikk d’ aal, wiel de beiden joa nich jüüst sinnich mitnanner prooten. Un wat sächt de Dokter noa een lütten Sett? – Minsch Hannes, wat is dat een Freud. Eenmoal bruuk ikk di blods noch to behanneln …. Bit ikk Hannes denn wäär hör, dat duur een Tied … wuso, eenmoal blods noch to behanneln – bün ikk denn wäär heel up Stükken? De Dokter laach richtich luut un kroad – nä, nä – Hannes, dat woll nich – oaber eenmoal moot ikk di blods noch behanneln – denn häst du heel allennich mien Huus ovbetoalt. © ee