Veröffentlicht in oostfreesches Platt

Woarüm de Ostereier klöärich sünd

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Woarüm de Ostereier klöärich sünd

— Oostfreeschkes Platt —

Vöör een heel langen Tied —

lütt Matten, wat Mester Lampe is, siene Verwandtschkupp hoppel noch in iistern Büksen und Jakken dör de Gägend, üm föör de Kinner to Oostern Eier in de Nüsten to lärgen —, dor leeten de Eier noch aal gliekerk. Man kunn dat van buten de Eier nich ansehn, ov dat een lüütji Höönermors ov een Oosterhoas hör lächt har. Dat wee heel foaken heel striepelich. De Ünnerscheed tüschen de Eier wee näämich blods binnerwendich ünner de Puul to sehn — de Oostereier ween aal mitnanner fastfleeschich — man kann ok woll särgen, see wääsen haartkoakt — een Höönerei wee in binnen dortägen glibberich un week.

Doarüm geböör dat foaker, dat de Kinner denn Höönereier an de Stää van Oostereieren körtkloppten.
Schiet, dat weke Dings weer en Höönerei!

Un wat schall ikk jo särgen — denn wee dat Mallör ‚türlich groot. So’n glubberiged Höönerei kann näämich schooned Kinnersönndachstüüch reschkoapen mit Eigääl un Eiwitt vullkleien. Dat wee joa nu jüüst jümmers dat moiste Sönndachstüüch, wiel — Oostern wee domoals ok all blossich Sönndachs.

Nu froacht ji säker, wu dat denn blods angoahn kunn, dat mit de Eieren-Verwesseln. Dat Geböören is heel eenfak — dat will ikk jo woll ähm verklookfideln. De Hööner hevvt eenfak de Eieren in de Nüsten vertuuscht — utverschkoamt, as dat Feddervolk nu moal is. Hööner kunnen näämich ok domoals all över de oarichsten Soaken lachen — un neeschierich ween see so as man wat.

Doaran hett sükk ok bit vandoach niks an ännert. Well jo wat anners vertellt, de lücht jo wat vöör — ov he käent de Hööner nich.

Oaber noch een Karakterbudel beseeten de Ur-Ur-Urgrootöllern van de vandoagigen Hööner — see ween över de Moaten ovgünstich. Ovgünstich up de Oosterhoas — de kunn koakt Eier lärgen! Wenneer he dat ok blods an Oostern kunn — oaber he kunn dat. See as Hööner knoieten un meuden sükk Dach föör Dach mit de Eierlärgeree rüm — mennichmoal ween dat liekers goar twee an een Dach, wenneer een Höönerwiefke heel fliedich bi de Produktschon wee.
Ok de Hahn is füünsch op dat Hoasenvolk!

Un denn keem dor, an de hööchste Eierfierdach, de dat up de Eer geev, so een schlappoohrigen Mümmelmann an un nääm hör dat Anerkennen wäch. Dorbi kunn he in siene Kleedoasch nich moal Feddern vöörwiesen — oaber koakt Eieren lärgen, dat kunn he!

Wiel de Hööner nu de Oosterhoasen up hör Turen van Nüst to Nüst stilkens hör eegen weeke Eieren achteranschmeeten, har de Oosterhoasengewerkschkupp beschloaten, dat de Överlandhoasen sükk bi hör Waark an Oostern blikkern Büksen un Joppen antotrekken harn.
Blossich — in disse schwoare Kleedosch kunnen see nich so flink hoppeln, un veele Oosternüster blevven doarüm leddich.
De Hööner bescheet den Hoasen mit Eieren — he mutt sik in en Rüstung smieten!

Nu moot ikk jo joa nich vertellen, wat dat föör een Gedrüüs wee, wenneer de Kinner an Oostermörgen noa veel Söökeree keen Oostereieren in hör Nüsten funnen. Üm dat Geblaar van hör Kinners nich mehr mit anhören to mooten, pakkten de Moders Höönereieren in de leddich Nüsten. Dat wee oaber ok nich de woahre Joakob, wiel de Höönereieren joa week un glibberich ween. Tschaaa — un wiel alle Moderkes up disse Eer — dat wee domoals wiers ok all so — to Oostern keen truurich Kinners un mit Eierschmeer vullkleidet Sönndachstüüch hemmen willt, hevvt see sükk ünner de Oosterboom mit de Oosterhoasengewerkschkuppsverträder in een Kring tosoamenhukelt, üm dat Waark un wat man dortägen beschikken kunn, to bekaueln.

Wat bi dissed Hen un Her denn rutkoamen is, dat kann man bit vandoach noch an elker Oosterfest sehn. Dat ovgünstige Höönervolk wur van dor an to Oostern jümmer achter Schlött hollen — bit up de Gockels, de köänt joa höchstens moal een Windei lärgen. Un dormit in Tokunft ok ganniks mehr scheevgoahn kunn, lächten de Oosterhoasen van dor an blods noch buntfaarvt Eieren in de Kinner hör Oosternüsten.

© ee

 

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De knustige Toorn.

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De knustige Toorn

De knustige Torn achter de Hoageldoornbuchten,
dor up de Grund van de Leechte,
tein Trää ovkant van de groode Schossee.
Dör de Finster blenkern de Luchten,
see droagen hör Lüchten wiet over de See.

Dor buten up dat ruuge Woater
steit Hinnerk stoafast achter d’ Rüür.
Dat word moal wäär een Settji loater,
bit he in Huus sitt – in d’ Sörch bi d’ Füür.

De Bulgen goahn hoch över dat Deck,
de Stiem steit stief van vörn,
dat Biboot danzt as maal achter d’ Heck –
wat schall dat noch geböörn?

Sien Froo sitt in Huus mit trillern in d’ Haart –
tein Stünn’n is dat all över de Tied
un jümmers is de Hääven noch schwaart.
Hör Hoapen licht mit Vertwiefeln in Striet.

Doch so up Schlach is dat still as in d’ Kaark –
de Störm hett sükk achter de Dünen verkroapen.
Keen Galpen in d’ Hörn – keen Oantengekwaak
un nümms is in dat Unwäär versoapen.

So geit dat denn mörgen wär rut up de See,
to joagen up Stint un Makrel’ –
van de Oostereems Kant bit noa d’ Minsener Ee
spöört man de Fischkerslüüds Seel.

© ee

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Olldach.

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Olldach.

 

Klokk half fief kreit de Hoahn
He moakt düchdich Schandoal
he nööcht us uptostoan
wenn d‘ geit aal tomoal

.
de Hööner suust van d‘ Rikk noa buten
de Koiin fangen an to bölken
an d‘ Jungvolks Koamers ballern Kluten
see mooten hen to melken

.
See kriecht hüütmörgen keen rechten Dreih
hevvt aal een dübbelt schwoaren Kopp
see ween up d‘ Baal bi Hinnerk Krey
dor gung d‘ de heele Nacht Galopp

.
Een Kööm een Beer een Danzkarree
un tüschenin noch suupen
bruken de Füüsten denn noch Klöateree
gung man ähm fiks noa buten

.
Üm dree up d‘ Soal dat Lucht utmoakt
dat word ok nödich Tied
de Strohsack hett man jüüst to foat
denn is d‘ allwäär sowiet

.

De Stünn’ns de loat sükk nich bedreegen
Klokk half fief de Hoahn de kreit
häst du ok noch so’n dikken Brägen
de Buur di glieks mit Kluten neit.

.

© ee

 

 

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Klöärland Oostfreesland…

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Klöärland Oostfreesland…

 

Grööne Wischen,
bruunsched Moor
un jüüst dortüschen hooge Dieken
vöör Penners Groo mit Woaters Spoar

griesgrau lüchten Schliekens Watten
Schlengen trekken sükk dordöör
foaken flüchten griese Katten
loaten achter sükk Mallör

Wattschlääschuvers sünd an fangen
Granoat un Stint un Grabbelbutt
deit ok moal een noa achtern langen
denn blods, wiel he een näämen mutt

Schoapen rüscheln dör de Reiten
in d‘ Dünenlooch an Seesietskant
man hört de Gretoas sinnich fleiten
wenn see trippeln langs de Strand

man hört de Bulgen wenn see störten
sükk över Kopp tägen Hoabens Müür
man sücht denn Seehund mit sien körten
Schnuut sükk bekieken dat Gedüür

man sücht Hoasen över d‘ Vöörland brakkern
Goosen strieken dör de Lücht
höört Mövkes up de Dalben schakkern
un spöört wu saacht de Tied verflücht.©ee

 

 

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Dat Gefööl van Heimoat.

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Dat Gefööl van Heimoat.

 

Wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn süchst du
wu Hääven un Meer eenich sünd

wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn spöörst du den frischken
anlandigen Wind

wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn hörst du
de Korben strieken

wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn föölst du
woarüm ik van hier nich kann wieken

wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn süchst du
mien Haartblood loopen

wenn du up d‘ Diek steist
un kikst över d‘ Woater
denn weets du
dat Gefööl van Heimoat

dat kann man nich koopen.© ee

 

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Bi us an de Küst…

 

 

Bi us an de Küst…

 

Steist Du up d‘ Diek
kikkst över de Wischen
de Wulken an d‘ Hääven
seil’n over di her

van d‘ Seekant weiht di
een busigen frischken
noordwestigen Wind
mit Oahmen van d‘ Meer

de Korben de strieken
over de Schlengen
de Miesmuschkels blenkern
achtern in d‘ Watt

de Bulgen de schakkern
see jachtern un lengen
un tägen di
schnakken de Kinner noch Platt

de Weertsmann in d‘ Krooch
stuuv achter de Schlüüs
in de Krooch
mit de Röäk van dat Törffüür

he hett van Äten und Drinken genooch
för de Sömmergasten
in de hukelich Hüüs
un för de Mannslü

up de Kutters an d‘ Stüür
hier is een büld
van de Gemütlichkeit
de nödich is

wenn d‘ üm Minschblieven geit.

Veröffentlicht in Dooges Ogenblicke, oostfreesches Platt, Plattdeutsch

Oabendleed.

 

 

Oabendleed

(Melodie: Guten Abend, gute Nacht)

 

Schluut’d de Oogen, schloapt in

schloapt in d‘ Heergott sien Sinn

lächt de Sörgen bi de Sied

schloapt in Ruh un wääst blied

 

Mörgen froo — wenn Gott will —

dreit sükk wiider dat Spill

mörgen froo — wenn Gott will —

dreit sükk wiider dat Spill

 

Schluut’d de Oogen, schloapt jo free

wenn ok hoch geit de See

föölt jo sääker un bewoahrt

wünscht jo alltied goode Foahrt

 

Mörgen froo — wenn Gott will —

dreit sükk wiider dat Spill

mörgen froo — wenn Gott will —

dreit sükk wiider dat Spill.© ee

Veröffentlicht in oostfreesches Platt, Plattdeutsch

Mien Droomland…

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Mien Droomland…

 

Ikk goa bi Nachten dör de Wischen
een Rüscheln weiht saacht dör de Lücht
hier dat Woater dor de Diek un jüüst dortüschen
een Nachtuul över mi henflücht

de Moand haangt sülvernwitt an d‘ Hääven
sien Lucht sprenkelt dat ruuge Meer
de Strand de läävt van flüchtich Lääven
in mi dor geit de Ruh tokeer

mien Haart schleit as een sieden Trummel
mien Blood dat singt as schloapend Wind
mien Seel luurt up dat Steernsgebrummel
mien Denken is unschüllich Kind

ikk seech de Stünnens vöör mi flüchten
de Trää van hör an Woaterskant
ikk spöör een binnerwendich süchten
noa di, mien Haartens Freesenland.

©ee

 

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Veröffentlicht in oostfreesches Platt, Plattdeutsch

Zeitungskultur …

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Hat sich daran vielleicht etwas geändert?

Zeitungskultur …

In die Zeitung reinschauen, das ist für mich an jedem Morgen so etwas wie mein erstes Frühstück – es kommt in der Reihenfolge gleich nach einem leckeren Köpke Tee mit Kluntje und Rahm und vor einer handfesten Scheibe Schwarzbrot mit goldiger Fassbutter und Bauernkäse belegt.
Tee, Kandis, Rahm und Sahne von hier, Schwarzbrot von hier, Butter und Bauernkäse von hier. Jetzt fragt sich der eine oder andere Leser sicherlich, wo bei meinem zweiten Aufzählen die Zeitung geblieben ist. Die gehört nach dem ersten Sagen doch auch mit in die Morgenreihe.
Ich habe darauf gehofft, liebe Leser, das ich diese Frage gestellt bekomme.

Ich habe gehofft, dass es auffällt, dass jemand bemerkt, dass da etwas nicht stimmig ist. Da ist nämlich etwas nicht stimmig, überhaupt nicht stimmig.
In der Zeitung finde ich immer eine Menge geschriebener Worte – Verleger oder Herausgeber bringen ja keine unbedruckten Seiten unter die Leute. DAS wäre denn ja doch wohl zu dösig.
Bloß, meine Zeitung von hier, die ist zumeist keine Zeitung mehr von hier – und darum fehlt sie auch bei meinem zweiten Aufzählen. Was in meiner Zeitung einen breiten Raum einnimmt, was mir und den anderen Lesern jeden Morgen kundgetan wird, das kann man zumeist in tausenden anderen Postillen gleichgeschaltet auch lesen.
Reuters, dpa. ddpa, oder wie sie alle heißen, die Nachrichtenagenturen, welche die Nachrichten und Kommentare, das Weltgeschehen betreffend, in die Welt hinauspusten, die haben auch in ‚meiner’ Zeitung das Sagen als bestimmendes Element.

Dat is nu woll so, un dat in de Redakschon keeneen Schrieversminschk mehr is, de mi dat Doon ov Undoon in de groode Politik un Weertschkupp dör siene Oogen bekääken verklokfideln deit, dor mutt ikk mi, mooten wi us woll mit ovfinnen. Bi dat Geböören in de lüütji Poltik un Gesellschkupp is dat mit dat doröver schrieven un kummenteern all hoast dat sülvige Doon.
Oaber ok dat köänt wi wiers nich ännern – ok nich, wenneer wi dat Bladdji nich mehr koopen. Wenn de Uploach dör dat nich koopen denn to minn ward, denn ward dat Bladdji eenfak instäelt – un wäär sünd een Riech Minschkes oahn Aarbeitsstää. Dat is joa ok niks Nees in de hüütige Tied, un wi as lüütji Lääsers willt dat nu wiers nich, wiel veele van us weeten, wat dat heeten deit, oahn Waarkeree up de Stroat to stoahn. Ikk – un een büld annern geit dat furs netso as mi – nääm‘n dat aalns in Koop, wiel ikk dör mien Bladdji wat över de Minschkes, de Vereenen un de Kultur in mien Staddje to weeten kriech, glieks mörgens tüschen Tee un Schwaartbrod.
Veel lichter hennäämen kunn ikk dat Waark oaber liekers, wenneer in mien Bladdji een spierke mehr „ächted Haartblood“ van us Modersproak, un nich blods stoadich een Gemengsel van nich recht plattschnakken köänen vermenguleert mit Hochdüütsch över de Sieden lopen wüür. Ikk moot denn jümmers an de ungeneetboare Sprokenbree van nich Düütsch köänen mit Utlandsch Versööken dortüschen denken.
Nu kriech ikk säker van een Riech „Moakers“ ut diesse Riech een düchtich Pakk Hau’ – oaber ok dat hett mi noch ni nich dorvan ovhollen, mien Meenen to särgen.© ee

 

Veröffentlicht in Allgemein, Plattdeutsch

Schietendiedel.

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Schietendiedel.

Die Großen denken ich bin noch zu klein
und versteh’ nicht was sie auf Platt sich erzählen
drum hauen sie immer kräftig rein
und geben nicht Acht beim Worte auswählen

ikk sitt denn in d’ Hörn
un tüdel wat mit mien Puppen torecht
doch mien Kopp de leustert noa achtern un vöörn
wat dor so sächt word dat is gannich schlecht

so weiß ich denn schon oft Tage voraus
die Großen die wundern sich immer
was geschieht und was nicht in unserem Haus
und verkriech mich wenn’s sein muß im Dachbodenzimmer

mien Opa de hett woll all Oahnung van dat
he kikkt mi nämich foaker plietsch an
wenn ikk üm sien Been’n striek as us Katt
ikk denk mi he weet

dat ikk dat meeste all inwesseln kann.
© ee