Veröffentlicht in Allgemein, oostfreesches Platt

Nördernee . . .

 

 

Nördernee . . .

 

 

Middewääk oabnd seet ik in Sinas Böökerwaarkstää in Jewer – dor dröfft ji ok ruhich moal hengoan – wenn jo jo Padd in Jewer över de Kaarkploatz föört – wat Sinoa Jostes so dor moakt – dor geit een dat Haart up – oaber dat blods so mit an d‘ Kant – also Middewääk oabnd seet ik dor – ’n bietji wat to vertelln – joa joa – ik weet dat ik niks to särgen hebb – ik hebb dat all good mitkräägn – dor ut de tweede Riech – ik hebb dat wenichstens versöcht. Dor wee ok so’n bietji wat van Nördernee mit in. Een Deel van mien Jungmannstied stunn mien Bäed dor – ik wull eers särgen – ik har dor mien Telt upschloan – oaber dat kunn mennicheen woll anners utlärgen. Liekers harn wi wat mit Wichters to doon – ok woll moal ’n bäten mehr – oaber dor schwiech ik över. Mi hett moal een Doam sächt – dat wee mien ingelschen Karakter – ik glööv – see meen wat Gentelemenhaftiges dormit – wenn ik denn so an mi langskiek – ik moot togääven – dor kunn wat mit an wäädn. Wiel – mien Voader wee jo een Saylor. Wat dat eelich bedütt, weet ik bit vandoach nich so recht – oaber dat klingt so moi – fien ik. Harrijeses – nu bün ik all wäär rein van Nördernee ovkoamn – schüldigung. Wenichstens – as ik so’n bietji wat ut mien Besinn’n an disse moie Tied in de Welt lopen leet, kreech ik tomoal een antern. Oach wat – keen Echo – wi sünd doch nich in de Knödelbargen – nä – dor seet in de tweede Riech vöör mi een Froominsch, de lääv mien Geschichten mit – ik kunn dat rein fööln. Un wat keem dorbi rut – see wee mien Tüüch – mien Tüüch, dat ik de Woahrheit vertell. See har in de sülvige Tied as ik up Nördernee läävt. Ik har woll vöördem pathetisch särgen kunnt: Und Gott ist mein Zeuge – dat har mi joa doch nümms glöövt. Tomoal seet dor well, ’n Minschk as du ov du – de har dat mitbeläävt. Gottinää – wat hebb ik mi hööcht. Ik wuur up Schlach ’n Enn’n grötter – mien Moder har woll sächt – Jung – paas up de Böän up. Us Eilandslääven full ok noch jüüst in de sülvige Tied. Ik mach nu nich särgen, wo laang dat her is – denn kunn woll de een ov anner anfangn to räken, wo olld wi sünd. Bi mi is dat liekers engoal – ik seech all sied twintich Joahr ut as tachentich – oaber as een Doam moal sächt hett – mien Gentelemenhaftichkeit. ’n büld Nörderneer Originoals hebb ik joa all van schrääven – de ole Schlachter Wessels – de har Margret – Margret heet näämich mien Tohörerin –  noch in d‘ Kopp. Schlachter Wessels broch noch ’n half Schwien mehr up d‘ Wacht as us Wattföärer Hinnerk Clausen. In sien Gewaltspans kunn woll ’n Beerwoagn Anker schmieten. Wenn Schlachter Wessels för lütt Jungs ut Büks muß, gung he stilkens noa buten up d‘ Hoff. Bi een so’n Gedoo hett hüm denn moal ’n lüütji Jung tokeeken. De Jung kunn sük denn nich verkniepen, vöörn in d‘ Loaden luut to krei’n: Onkel Wessels – ich hab dein Pilimann gesehn. Domoals kunn mennich oal Tant bi sowat woll noch ’n Doalschlach kriegn – nich so Schlachter Wessels. Noa tweemoal Lücht hoaln greep he in d‘ Geldschuuf – un statt Schellns kreech denn lütten Wiesnöäs ’n Doaler. Un wat sää Schlachter Wessels – hier mien Jung – de hest du verdeent – ik hebb dissen Schlawiner näämich all sied twintich Joahr nich mehr sehn.©ee

Veröffentlicht in Allgemein, oostfreesches Platt

De Wind…

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De Wind.

Over de Kolken weiht suutje de Wind
de Grens hett för hüm keen Bedüden
he schmüstergrient as een lüütji Kind
man hört sien Lachen van wieden

de Blööm’n nikkoppen wenn he hör eit
de Bulgen saacht över d’ Gröönland strieken
de Schoapen rüscheln sinnich dör d’ Reid
langs de hogen Dieken

van d’ Eiland blenkert de Füürtoorn in d’ Lücht
de Süän verkrupt sük achter de Hääven
an d’ Siel Minschen tohoop man sücht
hier hett man noch wat van sien Lääven.

© ee

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De Suupsakk . . .

 

 

De Suupsakk . . .

 

In d’ Kroog sitt Hein nu sied tein Stünn’n

hett Schlukk un Beer woll dartich Stück

een letzten deit he sük noch günn’n

de fäält hüm an dat grote Glück

 

Bold licht de Kopp man stuuv up d’ Theke

he schnuurkt luut as ‘n Kettensoach

so sücht man hüm hier jede Wääke

wenn d’ good geit ok woll aal twee Doach

 

Wenn de Kröger hüm denn feustert

so Klokk half een noa Middennacht

up runde Fööt noa Huus he steustert

wor futerich sien Olschke wacht

 

Se pakkt hüm denn ok glieks an d’ Kroagen

un givt hüm düchtich wat up d’ Pans

dornoa se sük denn sass verdroagen

un seecht sük wäär bi d’ Holschendanz.

© ee

Veröffentlicht in Allgemein, Plattdeutsch

Schietendiedel.

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Schietendiedel.

Die Großen denken ich bin noch zu klein
und versteh’ nicht was sie auf Platt sich erzählen
drum hauen sie immer kräftig rein
und geben nicht Acht beim Worte auswählen

ikk sitt denn in d’ Hörn
un tüdel wat mit mien Puppen torecht
doch mien Kopp de leustert noa achtern un vöörn
wat dor so sächt word dat is gannich schlecht

so weiß ich denn schon oft Tage voraus
die Großen die wundern sich immer
was geschieht und was nicht in unserem Haus
und verkriech mich wenn’s sein muß im Dachbodenzimmer

mien Opa de hett woll all Oahnung van dat
he kikkt mi nämich foaker plietsch an
wenn ikk üm sien Been’n striek as us Katt
ikk denk mi he weet

dat ikk dat meeste all inwesseln kann.
© ee

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Im Heute für Morgen das Gestern suchen …

port-524013_640*Hafen Emden Ostfriesland. *

…………… oder Identität bewahren.

 

Im fortgeschrittenen Lebensalter äußerte meine Mutter immer häufiger den Wunsch, die Stätten ihres jungen Lebens und Wirkens noch einmal aufzusuchen zu können. Den Ort, in dem sie das Licht der Welt erblickte, und die Orte, die sie formten – an denen sie Frau und Mutter wurde.

Im Alter von 28 Jahren war sie aus dem „heißen Kern“ Ostfrieslands an den „kühleren Rand“ der ostfriesischen Halbinsel gezogen (worden). 25 Jahre später verschlug es sie ins Rheinische. Ihre „Moor“-Wurzeln hat sie nie gekappt, weshalb es sie auch immer wieder nach Ostfriesland zog.

 Sie stellte sich daher keinen Besuch im herkömmlichen Sinne vor – diese Art der Kontakthaltung zu Verwandten, die in der Region geblieben waren, die hatte sie sowieso nie einschlafen lassen.

Sie wollte noch einmal unerkannt die alten Wege ihres jungen Lebens gehen. Sie wollte noch einmal allein, so wie früher, mit dem Rad von Haus zu Haus, von Ort zu Ort ziehen.

Den Wunsch hat sie sich erfüllt. Ein einfaches Quartier in einem einfachen Haus sollte der Ausgangspunkt ihrer Erinnerungstouren sein. Doch die geplanten drei Wochen schrumpften zu drei Tagen zusammen. Sie fand eine ihr fremd gewordene Welt, die sie nirgendwo mehr einordnen konnte.

>See klauter mit hör föölen ut een annern Welt achter de Biller van ‚domoals in Oostfreesland’ an, – un de Minschen in Oostfreesland klabastern mit hör föölen ‚van nu’ achter de Biller ut een annern Welt an.<

Ich will damit sagen, die Menschen, die Ostfriesland nie auch nur zeitweilig verlassen hatten, die störte der Misthaufen unter dem Fenster nicht. Sie eiferten zwar im Wohnstil einer anderen Welt nach, waren aber in der Gestaltung ihrer Gefühlsempfindungen unterwegs irgendwo stehen geblieben. Sophie dagegen hatte sich auf beiden Ebenen meilenweit von ihnen entfernt.

Sie suchte nach Bildern ihrer Erinnerung – und die gab es im Zusammenhang so nicht mehr.

Als sie mir von ihrer vergeblichen Suche nach der Seele Ostfrieslands berichtete, fiel mir eine Zeile aus einem Lied von Hannes Fleßner ein, in der er wehmütig fragt, und auch gleich selbst die Antwort gibt: Is dat noch Oostfreesland? Ja man, dat is Oostfreesland – oaber dat van vandoach.

Die Ostfriesen – ausgenommen die in den wenigen Städten – haben es zum großen Teil nicht geschafft, ihre innere Kultur und ihr äußeres Erscheinungsbild im Zusammenhang zu verändern. Das Bestreben vieler Ostfriesen, auf der einen Seite ihre innere Kultur beizubehalten, und auf der anderen Seite im äußeren Erscheinungsbild eine andere Welt zu kopieren, konnte nur gründlich in die Hose gehen. Die Entwicklung der inneren Kultur und die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes hätte Hand in Hand geschehen müssen. Das ist leider nicht der Fall.

Dadurch bedingt, fehlt in vielen ostfriesischen Köpfen der landsmann-schaftliche Zusammenhalt.

Es kann niemand äußerlich Hund werden, und zugleich innerlich Katze bleiben. Denn ein Hund der nicht bellt, sondern miaut, der wird von aller Welt als sonderbar betrachtet. Völlig unabhängig davon, was er mit seiner Lautgebung kundtun will.

Von außen zuziehende Menschen schafften, und schaffen zwar Inseln innerhalb Gesamtostfrieslands, auf denen innen und außen übereinstimmt, aber landestypische ostfriesische Kultur sucht man da meist vergeblich, weil diese Menschen Fühlen, Denken und Handeln von anderswoher mitbringen, und es an ihrem neuen Wohnplatz etablieren.

Viele Ostfriesen haben zugelassen, daß ein natürlicher Grundsatz auf den Kopf gestellt wurde. In allen Kulturen, die überlebt haben, hat dieser Grundsatz oberste Priorität. Alle anderen Kulturen, deren Mitglieder nicht die Stärke hatten, dieses Denken durchzusetzen, sind verschwunden, oder auf die Ebene der Bedeutungslosigkeit herabgesunken.

Es ist mittlerweile spät, wenn nicht gar zu spät geworden für das Bemühen, Ostfriesland als Region zu erhalten.

Nur wenn sich alle Ostfriesen als Ostfriesen sehen, wenn sie sich gemeinsam anstrengen, und der Zerschlagung Ostfrieslands entgegenwirken – nur dann besteht noch die Chance auf ein Überleben des alten Kulturraumes Ostfriesland.

Dabei ist es im Grunde gar nicht so schwer, etwas für Ostfriesland zu tun – und, wer im großen Geschwader der Ostfriesen das Ziel nicht ausmachen kann, der braucht nur die aus der Masse herausragende Gestalt Rolf Trauernichts im Auge behalten.

Der „große Tullum“ steuerte – und steuert immer noch – viele Häfen an. Die Ladung seines Lebensschiffes besteht seit jeher aus den Tugenden und der Sprache Ostfrieslands im Schutze einer höheren Macht. Man sollte ihm nacheifern. © ee

Ewald Eden.

 

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G 20 Treffen in China – ein großer Spuk

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G 20 Treffen in China – ein großer Spuk

Dor hukeln see nu in Scheinataun binanner üm uttokoakeln mit wekker Lögens see tohuus de eegen Lüü bedreegen köänt

De blengerige Hans

Wenn een nich een Kind van de Küst is, de kunn woll meen’n dat dreit sükk hier üm een jungen Kierl – wiel de Noam so figelinsch noa Pomoadichkeit un Sönndachsstoat rükkt. Dat hett dor oaber liekers överhaupts niks mit to doon. Kann woll wääsen, dat he sükk moal so givt. Beläävst een moien Sömmerdach – de Süän steit hoch in de Lächte – de Wind is inschloapen – man licht an d‘ Woaterskant to dröömen – joa denn mach dat wiers so utsehn. Koam oaber moal bi hüm up een busigen Haarst ov Vöörjoahrsdach to Visit – denn wiest he mennichmoal sien anner Kant. Denn is he foaken so gnadderich un füünsch, un schleit so groote Bulgen – as wenn he d‘ aal inschluuken will. Wenn he so richtich schmachtich tokeer geit, is hüm dat gröttste Schkipp nich to groot – un de hoochste Diek nich to hoch. He wiest de Minschen in hör Överdüürichkeit well dat särgen in d‘ Natur hett. De hier an de Küst mit een Been in d‘ Woater steit, un dor sien Brod ruthoalt, de weet dat. Froach man moal so’n ollen Fischkersmann – twee Wöör schall he di woll dorto särgen – jümmer vöörutsett, dat he an de Dach noch niks anners schnakkt hett. Doaran kanns näämich de Minschen ut Noord un Süüd utnannerhollen. Wenn een van de Küst di tein Wöör sächt hett, denn hett de südersch Minschke di in de Tied een groodet Book vull dorvan in de Ooren dreit. Dat is dat Noord – Süüdgefälle up een annern Oart. Een ov anner van jo mach nu denken, wat denkt de sükk blods. Joa, denken kann de blengerige Hans ok. Ji lachen? Woneem köänt ji mi denn anners woll verkloaren, dat he jümmer hooger sticht? He kikkt näämich geern över d‘ Diek – wiel he joa ok een Kind van de Küst is. Hett he sükk an d‘ Noord- ov Süderpool man jüüst sovöäl ansoapen, dat he över de Kant kieken kann – pakken de Minschen allwäär Stükk ov wat Grassoden boaben up d‘ Diek – hett he de wäär to foat, kummt dor noch wat drup. Ikk froach mi mennichmoal blods, well dat langer vullhollt. Ov meent villich een Schlaukopp, de blengerige Hans givt dat eens Doachs to. Dor mach ikk so särgen : Schietendiedel – he hett noch soveel Iis in d‘ Rüst – dor mooten de Dieksters all middelste Bargen boon. Eenzich Ovhülp is, dat de denkend Deerten uphollen de Welt intobööten. Dat kummt noch sowiet, denn käent de Minschen Iisbräkers blods noch as wat to drinken. Annerletzt hett all een Iisboar ut Gröönland in een kanoadsched Anzeigenbladdje sien good indroagen Wintermannel to’n Verkoop anboaden. He bruks de nich mehr – wiel sükk de Koal van dat Eiland vertrukken hett – sowiet sünd wi all …

Ewald Eden © ee

 

http://www.plattpartu.de/welt/edenmeent.htm#28_08_16

Eden mennt …

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